Adel verpflichtet

Die Queen Mary 2 ist der berühmteste und größte Ocean Liner unserer Zeit. Ob auf Transatlantik-Passagen oder weltweiten Kreuzfahrten – dieser Cunard Liner setzt das goldene Zeitalter der Seereisen für diejenigen fort, die das erste verpasst haben. Jenes begann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bereits um 1830 war die industrielle Revolution weit genug fortgeschritten, um eine Transatlantik-Verbindung durch eine Flotte von Dampfschiffen zu ermöglichen. Dabei ging es zunächst weniger um ein Urlaubsvergnügen als vielmehr um einen für Handel und Kommunikation unerlässlich gewordenen, regelmäßigen Verkehr zuverlässiger Postzustellungen.

Deshalb veranlasste die Regierung unter Königin Victoria eine Ausschreibung unter verschiedenen Anbietern. Der Kanadier Samuel Cunard aus Halifax, Neuschottland, erhielt den Zuschlag und verpflichtete sich per Vertragsabschluss am 4. Mai 1839, drei Dampfschiffe von je 800 Tonnen und 300 PS zu bauen, die den regelmäßigen transatlantischen (Post-)Verkehr bereit stellen sollten.

Samuel Cunard hatte den Ruf, nicht nur ein cleverer Geschäftsmann zu sein, sondern auch über außergewöhnliche diplomatische Fähigkeiten zu verfügen. Um sein Vorhaben realisieren zu können, bat Cunard das Technikgenie Robert Napier um Hilfe, der zur damaligen Zeit für die Maschinenkonstruktionen einiger der besten und modernsten Schiffe bekannt war. Die von Cunard benötigte finanzielle Rückendeckung erhielt er von drei gestandenen Geschäftsleuten namens James Donaldson, George Burns und David Maclver. Zusammen gründeten diese fünf Männer die „British and North American Royal Mail Steam Packet Company“, später bekannt als Cunard Line.

Nach nur wenigen Monaten des regelmäßigen Verkehrs zwischen England und Nordamerika wurde der zunächst reine Postverkehr ausgeweitet auf regelmäßige Transatlantik-Passagen für Passagiere. Mit der Britannia bot Cunard ab 1840 als erste Schifffahrtsgesellschaft der Welt die Gelegenheit, regelmäßig den Atlantik zu überqueren. In schneller Abfolge wurden immer neue und größere Ocean Liner gebaut, um der von Beginn an hohen Nachfrage nach den Transatlantik-Passagen nachkommen zu können.

Dabei kannte die Technik-Begeisterung des Reederei-Gründers keine Grenzen und führte immer wieder zu Innovationen des Passagierschiffbaus – und zwar lange über seinen Tod hinaus. So wurde mit der Servia im Jahre 1881 erstmals ein Passagierschiff mit Elektrizität ausgestattet; 1893 folgte die Campania, der erste Ozeandampfer mit Doppelschrauben. Auch das erste Dampfturbinen-Passagierschiff (die Carmania I, ab 1905) geht auf das Konto der Cunard Line.

Am 28. April 1865 starb Sir Samuel Cunard. Rund 150 Jahre später ist sein Name längst zum Synonym für Seereisen der Spitzenklasse geworden. Über 180 Schiffe sind für die Reederei vom Stapel gelaufen – fast alle setzten neue Standards in der Seefahrt. Allen voran die legendäre Queen Elizabeth 2, die in 39 Dienstjahren mehr als 5,9 Millionen Seemeilen zurückgelegt, mehr als 2,5 Millionen Passagiere befördert, insgesamt 806 Transatlantik-Passagen und 25 Weltreisen absolviert hat.

Heute führen die Queen Mary 2, die Queen Victoria und die neue Queen Elizabeth die Tradition fort. Auf Transatlantik-Passagen und weltweiten Kreuzfahrten verwöhnen die drei Königinnen der Meere ihre Gäste mit dem hervorragenden Cunard White Star Service, der exquisiten Feinschmeckerküche sowie ihren luxuriösen Kabinen und Suiten. Denn Adel verpflichtet.

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